Wie können wir besser über Routenbau reden?

Routenbau Talk mit: Peter Zeidelhack, Marie Kühne und Rob Buse

Peter Zeidelhack (DAV München), Marie Kühne (Magic Mountain Berlin) und Rob Buse (Berta Block Berlin) im BIN WEG BOULDERN-Interview zum Thema: "Wie können wir besser über Routenbau reden?
Peter Zeidelhack (DAV München), Marie Kühne (Magic Mountain Berlin) und Rob Buse (Berta Block Berlin) im BIN WEG BOULDERN-Interview zum Thema: „Wie können wir besser über Routenbau reden?

Wer kennt das? Man probiert einen Boulder in dem Schwierigkeitsgrad, den man eigentlich immer schafft, kommt aber einfach nicht nach oben und landet frustriert auf der Matte. Ganz klar: Der ist schlecht geschraubt! Am besten gleich mal beim Routenbau-Team beschweren, dass das alles scheiße ist! Oder?

Von Routenschraubern- und Schrauberinnen höre ich manchmal, dass es ihnen schwer fällt, mit so einer Art Kritik umzugehen und zu arbeiten. Eigentlich brauchen sie Feedback von Kundinnen und Kunden, um besser für sie zu arbeiten. Aber ein Anranzer ohne Konstruktivität bringt ihnen dabei gar nichts.

Wie können wir also besser über Routenbau reden, damit es die routenbauenden Personen weiterbringt? Was sollten wir über Routenbau wissen, damit wir diese Arbeit besser verstehen und anders darauf eingehen können? Das soll Thema dieser Folge sein!

Zum Routenbau-Talk habe ich eingeladen:

> Peter Zeidelhack vom Bundeslehrteam Routenbau Breitensport des DAV,

> Marie Kühne aus dem Magic Mountain Berlin,

> und Rob Buse aus der Berta Block Boulderhalle Berlin.

Für alle Routenschrauberinnen und Schrauber gibt es auch wertvollen Input zum Thema “Kommunikation im Routenbau-Team”. In der Routenbau-Ausbildung des DAV gibt es ein Modul zum Thema “Kommunikation” und Peter Zeidelhack erklärt in dieser Folge, um was es da in der Ausbildung genau geht!

Vielen Dank an die Gäste dieser Folge und viel Spaß beim Zuhören!

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Wie funktioniert zyklusbasiertes Training?

Interview mit Trainerin Tabea Lorch

Trainerin Tabea Lorch im BIN WEG BOULDERN Interview über zyklusbasiertes Training
Trainerin Tabea Lorch im BIN WEG BOULDERN Interview über zyklusbasiertes Training

Haben Frauen im Klettersport eigentlich schon ihr volles Potential erreicht? Oder ginge da noch mehr, wenn sie nur ihren Körper richtig verstehen und im Einklang mit ihrem Zyklus trainieren würden? Das ist eine der Fragen, die sich stellt, wenn man in das Thema “zyklusbasiertes Training” eintaucht. Das habe ich gemacht, mit einer Expertin in diesem Bereich: mit Tabea Lorch.

Tabea ist vor allem im Laufsport zuhause, hat aber seit einiger Zeit auch das Bouldern entdeckt. So kann sie Bezüge zum Bouldern mit einbringen, wenn sie das Thema zyklusbasiertes Training erklärt. Hier gibt es wahnsinnig viel für Sportlerinnen zu lernen, denn die wissenschaftlichen Erkenntnisse hierzu sind noch jung, bzw. vieles wird gerade noch erforscht.

In dieser Folge hörst du:

  • Was du über den Zyklus wissen musst, um deinen Körper besser zu verstehen und dein Training passend zum Zyklus zu gestalten
  • Wie du als Frau mit Zyklus im Sport passende Regenerationszeiten gestalten kannst
  • Welche Rolle deine Ernährung im Zyklus spielt und worauf du als Sportlerin dabei besonders achten solltest
  • Welche Unterschiede es für dich als Sportlerin gibt, wenn du hormonell verhütest vs. wenn du mit deinem Zyklus trainierst

Es gibt Einblicke zu den Themen:

  • Amenorrhoe und RED-S
  • Training in den Wechseljahren (wir schneiden das Thema kurz an – wenn es dazu noch viele Fragen von Hörerinnen gibt, machen wir eine Extrafolge!)

Besonders spannend finde ich, dass Tabea mit ihren Kundinnen die Erfahrung gemacht hat, dass Frauen, die zyklusbasiert trainieren und deshalb mehr auf die Bedürfnisse ihres Körpers achten, weniger Zyklusbeschwerden haben.

Ich möchte euch allen sehr danken, dass ihr mir für dieses Interview so wahnsinnig viele Fragen geschickt habt! Das zeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema ist und ich denke, die zwei Stunden mit Tabea werden euch helfen.

P.S.: Ich habe mit Tabea auch ein Interview im Techniker Boulder Bundesliga Podcast geführt. Da geht es darum, was die Besonderheiten beim Muskelaufbau bei Frauen sind. Auch diese Folge ist sehr zu empfehlen!  – Also hört rein in Folge 38: “Wie funktioniert Muskelaufbau bei Frauen?”!

Viel Spaß mit diesem Interview!

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Eine Boulderhalle in der Kletterhalle bauen

Erfahrungen vom Rocks Jena

Die Boulderhalle im Rocks Jena
Die Boulderhalle im Rocks Jena

Eine Boulderhalle bauen, wenn man schon eine Kletterhalle betreibt – wie schwer kann das schon sein? Dachten sich die Betreiber der Rocks Kletterhalle in Jena! Sie hatten in ihrer bestehenden Kletterhalle noch ungenutzte Räume, mit genug Platz für Boulderwände.

Aber auch wenn sie seit über 20 Jahren eine Kletterhalle betreiben – die Boulderhalle hat sie vor neue Aufgaben gestellt. Ganz besonders im Routenbau! Denn das Klettern und das Bouldern haben sich in den Hallen in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt und nun besteht die Frage: Für wen schrauben wir? Für das moderne Boulderhallenpublikum? Oder für ein traditionelles Kletterpublikum?

Martin Repohl (einer Geschäftsführer des Rocks) und Chef-Routenbauer Sebastian Halenke erzählen im BIN WEG BOULDERN Podcast von ihren Herausforderungen und ihrem Konzept einer Boulderhalle in der Kletterhalle.

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IFSC Commentator Matt Groom about the Worldcup Season 2024

Matt Groom - Picture by Jan Virt
Matt Groom – Picture by Jan Virt

The new IFSC worldcup season starts on the 9th of April in China. There will also be some Pre-Worldcup events like the Studio Bloc Masters, that take place while you are listening to this new episode – on the 9th and 10th of March.

I asked IFSC commentator Matt Groom to make a pre-season talk on the podcast. We talk about what will be important in the year 2024 and how the Olympics will affect the Worldcup Season. Matt will give some insights into his work for the IFSC.

But we also look back at 2023, because as a young mother I have limited time and I could not catch up with all the IFSC streams last year. So I also asked Matt to tell me what I missed last year.

Thank you Matt for taking the time and talking to me. Looking forward to the new season!

Photo credit: Jan Virt

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Inklusiver Routenbau

Ein Gespräch mit Dr. Claudia Kern und Julius Kerscher

Sportwissenschaftlerin Claudia Kern und Routesetter Julius Kerscher erklären in dieser Podcastfolge, wie inklusiver Routenbau gestaltet werden kann. Das Foto ist aus der Klettertherapiegruppe, die Claudia Kern betreut. Fotocredit: Thorsten Näser
Sportwissenschaftlerin Dr. Claudia Kern und Routesetter Julius Kerscher erklären in dieser Podcastfolge, wie inklusiver Routenbau gestaltet werden kann. Das Foto ist aus der Klettertherapiegruppe, die Claudia Kern betreut. Fotocredit: Thorsten Näser

Der Routenbau in unseren Kletter- und Boulderhallen hat optimalerweise das Ziel, Erlebnisse für alle Menschen zu schaffen. Für Menschen mit Behinderungen oder bestimmten Krankheiten ist der Zugang oftmals trotzdem schwer. Das ist sehr schade, weil sie von dem Sport profitieren könnten.

Die Sportwissenschaftlerin Dr. Claudia Kern (TU München) und der Routesetter Julius Kerscher (DAV Bundeslehrteam Routenbau Breitensport) haben sich genauer mit der Frage beschäftigt, wie man Routenbau inklusiver gestalten kann. Sie haben dabei eine spezielle Kletterwand genutzt, an der Menschen mit Behinderung quasi selbst zu Routesettern wurden. So konnten Claudia und Julius besser verstehen, welche Bewegungen und welches Material hier gefragt sind.

Im Podcast sprechen wir darüber, auf welchem Stand unsere Hallen in Punkto Inklusion sind, was ihre Erkenntnisse zur Gestaltung inklusiver Routen sind und welche Tipps sie für Routesetter und Hallen haben.

Titelbild Credit: Thorsten Näser

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Leben mit ADHS und Klettern als Chance

Ein Interview mit Klettertrainer Benny Jung

Benny Jung von "Klettern als Chance" im BIN WEG BOULDERN Podcast
Benny Jung von „Klettern als Chance“ im BIN WEG BOULDERN Podcast

Benny Jung lebt mit ADHS. Diese Neurodiversität führt dazu, dass er einen starken Bewegungsdrang hat, viel redet und sich nicht lange auf eine Sache konzentrieren kann. Dadurch ist er oft angeeckt, hatte Probleme in der Schule und hat einige Ausbildungen angefangen und wieder abgebrochen. Das alles hatte auch negative Folgen für seine mentale Gesundheit.

Als Erwachsener hat Benny das Bouldern und Klettern entdeckt. Zum ersten Mal fand er etwas, was ihm half, sich zu fokussieren. Er konnte endlich seine ADHS annehmen und Positives an der Neurodiversität finden.

Benny machte eine Ausbildung zum Klettertrainer und Klettertherapeuten und arbeitet heute mit Kindern mit ADHS. Sein Ziel: Er möchte, dass Kinder mit ADHS schon früh ihre Besonderheit positiv annehmen können, anstatt darunter zu leiden.

Wir haben das Gespräch in zwei Teilen geführt. In Teil 1 geht es um Bennys Biografie, diesen Part hörst du hier im BIN WEG BOULDERN-Podcast. In Teil 2 erzählt Benny von seiner Arbeit als Klettertherapeut. Dieser Teil erscheint am 2. Februar 2024 im Techniker Boulder Bundesliga Podcast.

Danke an Benny Jung und viel Spaß mit dieser Folge!

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Das Familienkonzept in den Boulderwelten

Boulderwelten-Geschäftsführer Markus Grünebach im Interview

Mit Kindern in den Boulderwelten. Foto: Boulderwelt Karlsruhe
Mit Kindern in den Boulderwelten. Foto: Boulderwelt Karlsruhe

Wie können Kinder- und Familienbereiche in Boulderhallen gut gestaltet werden? Dieser Frage will ich im Podcast nachgehen. Kinder, die unachtsam durch Hallen rennen, sind ein Sicherheitsrisiko und ein sehr oft besprochenes Frust-Thema der Szene. Aber es gibt auch Hallen, in denen es besser läuft. Was machen die anders?

Bei Instagram haben mir viele geschrieben, dass sie die Familien- und Kinderkonzepte in den Boulderwelten gut finden. Also habe ich Markus Grünebach um ein Interview gebeten, einen der Geschäftsführer der Boulderwelten. Er erklärt, worauf sie beim Hallenkonzept, beim Wandbau und dem Routenbau achten. Außerdem werdet ihr hören, dass das Personal in den Boulderwelten besonders geschult wird, um mit Kindern und Familien zu arbeiten.

Danke an Markus und viel Spaß mit dieser Folge!

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Das Familienkonzept in der Mandala Boulderhalle Dresden

Kinderhalle, Kinderkurse und Trainings im Mandala

Die Familienhalle in der Mandala Boulderhalle Dresden
Die Familienhalle in der Mandala Boulderhalle Dresden

Kleine Kinder in Boulderhallen sind eines der großen Frust-Themen der Boulderhallen-Szene. Für Kinder sehen Boulderhallen aus wie ein großer Spielplatz. Sie laden zum Rennen und Klettern ein und oft nehmen die Kleinen nicht wahr, was um sie herum passiert. Dabei kann es in einer Boulderhalle jederzeit passieren, dass jemand aus einem Boulder abspringt oder fällt. Es besteht z.B. die Gefahr, dass ein Erwachsener aus 4 Metern Höhe auf ein Kind fällt. Diese Situation möchte sicherlich niemand erleben.

Trotzdem passiert es, dass Kinder ohne Aufsicht ihrer Eltern durch Boulderhallen rennen. Das Hallenpublikum ist verständlicherweise sehr wütend und frustriert darüber. Immer wieder wird der Ruf laut, dass die Hallen anders handeln müssten und für manch einen ist klar: Kleine Kinder haben gar nichts in Boulderhallen zu suchen!

Als noch junge Mama mit einem Kind, das sehr gerne umher rennt und klettert, frage ich mich: Fehlt es vielleicht an familientauglichen Konzepten in Boulderhallen? Mein Plan ist, dass ich Boulderhallen hier im Podcast vorstelle, die als besonders familienfreundlich gelten.

Von vielen Eltern habe ich gehört, dass sie sich mit ihren Kindern in der Mandala Boulderhalle in Dresden besonders gut aufgehoben fühlen. Also war ich dort vor Ort, habe mir die Kinder- und Familienbereiche angesehen und mir das Familienkonzept erklären lassen.

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Im Gespräch mit Finn Kargl von “Queerclimb”

Der Gründer von Berlins erster queerer Kletterinitiative

Finn Kargl von "Queerclimb" im BIN WEG BOULDERN-Interview. Foto Credit: Katharina Szmidt
Finn Kargl von „Queerclimb“ im BIN WEG BOULDERN-Interview. Foto Credit: Katharina Szmidt

Finn hat als queerer Mensch lange nach einem Ort in der Kletterszene gesucht, wo er mit seiner Identität reinpasst und angenommen wird. Das war nicht leicht, also hat Finn in Berlin 2016 selbst eine Initiative gestartet, mit dem Namen “Queerclimb”. Unter dem Titel gibt er Boulder- und Kletterkurse, hält Vorträge, macht Vernetzungstreffen usw.

Ich habe mit Finn über seinen Weg in der Kletterszene gesprochen und darüber, welche Bedeutung Initiativen wie “Queerclimb” für queere Menschen haben.

Danke an Finn fürs Interview und danke an den Berliner Südbloc, in dem wir uns zum Interview treffen konnten, wo Finn arbeitet und Kurse gibt.

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Ein Besuch in Avalonia

Durchs Bouldergebiet Avalonia mit Daniel Pohl und Thomas Kubicki

Eindrücke aus Avalonia. Rechts oben im Bild: Der Erschließer des Bouldergebietes Avalonia, Daniel Pohl
Eindrücke aus Avalonia. Rechts oben im Bild: Der Erschließer des Bouldergebietes Avalonia, Daniel Pohl

“Wir wissen, dass ein Bagger ein Loch buddeln kann. Aber dass wir als Menschen auch nen Berg versetzen können, das wissen wir gar nicht mehr.”

Das ist einer der Sätze von Daniel Pohl, der bei mir nach meinem Besuch in Avalonia hängen geblieben ist. Daniel Pohl erschließt seit vielen Jahren das Bouldergebiet “Avalonia”. Es liegt in NRW, in der Nähe von Dortmund. Ich würde sagen, dass alle Menschen, die Bouldergebiete erschließen und erhalten, eine großartige Arbeit für die Bouldercommunity leisten. Das, was Daniel Pohl in Avalonia macht, ist anders. Er selbst nennt es “Landart”. Daniel ist Boulderer und Künstler – gelernter Grafikdesigner und Steinmetz. In Avalonia erschafft er Boulder, indem er Felsmassen und Erdmassen bewegt. In dem Gebiet entdeckt man Steinskulpturen und Gravuren. Zum Teil werden die Boulderwände und die Podeste, auf denen sie stehen, zu Bühnen für Kunst. Außerdem zeichnet Daniel unglaublich tolle Topos von Avalonia. Ein Blick in ein solches Heft ist nur zu empfehlen!

Avalonia ist aber nicht nur das Projekt eines Künstlers, denn ohne die Arbeit des Boulderclub Ruhrtal e.V. wäre das alles nicht möglich. Dieser Verein hat zusammen mit dem DAV NRW den alten Sandsteinbruch gekauft, den wir als Avalonia kennen. Thomas Kubicki ist einer der Vorsitzenden des Vereins und mit ihm und Daniel war ich in Avalonia unterwegs.

Die beiden erzählen von ihrer persönlichen Motivation, sich für das Gebiet zu engagieren. Nach diesen Aufnahmen bin ich einmal mehr fasziniert davon, welche Menschen und Geschichten es in unserer Bouldercommunity gibt und ich bin froh, dass ich ein Mikro habe, um diese Geschichten für viele hörbar zu machen.

Viel Spaß mit dieser Folge

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